Präventionswoche

An der Grund- und Oberschule Lindern wurde an vier Tagen intensiv präventiv gearbeitet. Erstmals fand übergreifend von dem fünften bis zum zehnten Jahrgang eine Präventionswoche statt.

Prävention bedeutet Vorbeugung und damit der Einsatz von Maßnahmen zur Abwendung von unerwünschten Ereignissen. „Präventionsarbeit kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen.“, betont die Sozialpädagogin Denise kleine Klausing der Grund- und Oberschule Lindern. So sind viele Referenten ihrer Einladung zur Präventionswoche der Oberschule gefolgt. Thematisch wurden die Angebote den einzelnen Jahrgangsstufen angepasst und mit den jeweiligen Klassenleitungen abgesprochen.

Die Schülerinnen und Schüler wurden einerseits in ihren Skills gestärkt, in dem sie beispielsweise an ihrer Teamfähigkeit, ihrem Selbstbewusstsein oder an ihrer Kommunikationsfähigkeit gearbeitet haben. Andererseits wurden Themen angegangen, die die Schülerinnen und Schüler in ihren Vorgehensweisen nachdenklicher werden lassen und einen bewussteren Umgang mit sich und der Umwelt fördern soll.

In den tieferen Jahrgängen wurde deutlich an der Förderung der Klassengemeinschaften durch verschiedene Projekte gearbeitet, welches abschließend von „Skills4Life“, ein pädagogischer Anbieter für Gewaltprävention aus Köln, gestützt wurde. Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie der konstruktive Umgang mit Konflikten sind wichtige Bestandteile einer gut funktionierenden Klassengemeinschaft. Damit die Atmosphäre in der Klasse schon früh positive Impulse erhält, ist eine Unterstützung für die Schülerinnen und Schüler in diesen Fähigkeiten sehr hilfreich.

Sexualpräventiv hat der Sozialdienst katholischer Frauen mit den Mädchen und Jungen gearbeitet. Ein sehr kindgerechtes Projekt „MFM – My fertility matters“ und „Agenten auf dem Weg“ brachte den Mädchen und Jungen die ersten Vorgänge in ihren Körpern nahe und sensibilisierte sie für dieses Thema.

Die Jugendlichen des siebten Jahrganges erfuhren beim Amtsgericht in Cloppenburg hautnah, wie gewalttätiges Vorgehen und auch Fahren ohne Fahrerlaubnis vor dem Gesetz bestraft wird. Für sie ging es in der Woche intensiv um das Thema „Alkohol und Süchte“, außerdem aber auch um „Medien“. Wie man in die Sucht rutscht, aber auch wie man aus ihr herausgelangt, verdeutlichte Irmgard Rolfes, die vom Kreuzbund zur Schule gekommen war. Nicht nur sie, sondern auch Kriminalhauptkommissar Harald Nienaber und Präventionsfachkraft der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Katharina Deeken stärkten den sensibilisierten Umgang mit Alkohol und auch Süchten. Katharina Deeken vertiefte ihre Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern zudem im Umgang mit den heutigen Medien und dahinter versteckten Suchtpotentialen. Fast jeder Jugendliche käme schon sehr früh in Kontakt mit verschiedenen Medien. Die ausgeglichene und angepasste Nutzung sei für viele aber immer noch ein hartnäckiges Themenfeld, weshalb viele hierin wiederholt auf die richtige Anwendung hingewiesen werden müssen.

Mit dem Theaterstück „UpDate“ des Arbeitskreises Sexualpädagogik im Landkreis Cloppenburg konnte der Bogen zur Smartphonenutzung gezogen werden, welches sich die Jahrgänge acht bis zehn ansahen. Es beschäftigte sich mit den Peinlichkeiten, Ängsten und dubiosen Irrtümern während der Pubertät und thematisierte die Verantwortung und Werte im Umgang mit Daten, Bildern und Filmen im Online-Alltagsverkehr. Selbstdarstellung nehme durch Apps wie Instagram, Snapchat, TikTok und anderen stark zu. Ein Nacktfoto ist schnell verschickt und birgt mehr Gefahren als die Jugendlichen zuvor annahmen. So war nur wenigen Schülerinnen und Schülern bewusst, welche strafrechtlichen Folgen der Besitz von sexualisierten, gewalttätigen oder rassistischen Bild- oder Videomaterials bedeute.

Nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Schulalltag kommt es zu häufiger zu Auseinandersetzungen, Stress und Konflikten. Nicht zu selten birgt dieses auch Mobbing. Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler selbst damit beschäftigten, welche Konfliktthemen für sie entscheidend sind, arbeitete Vincent Dietz, Erziehungswissenschaftler und Kommunikationstrainer, intensiv mit dem 8. Jahrgang daran, woher Streitigkeiten und Stress rühren und wie sie friedvoll bewältigt werden können.

Auch der 9. Jahrgang beschäftigte sich mit der Kommunikation in Konfliktsituationen und erlebte Handlungsalternativen und, dass die Bedeutung eines „Neins“ Leben retten kann in einem von drei Schutzengelprojekt-Angeboten „Personale Kommunikation – Das Dilemma-Spiel“, welches von Roland Wilke von der Kreisverkehrswacht Cloppenburg e.V. durchgeführt wurde. Des Weiteren war das Schutzengelprojekt in diesem Jahrgang mit den Workshops „Be cool“ und „fit for finance“ vertreten. Bei „Be cool“ behandelte Thomas Freerks mit den Schülerinnen und Schülern die Themen Gewaltprävention, Deeskalation und Zivilcourage. Rollenspiele vertieften den Austausch mit den Jugendlichen und erzeugten Betroffenheit. „Fit for finance“ sensibilisierte im Umgang mit Finanzen, um den Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, wo Schuldenfallen lauern oder was es bedeutet, etwas auf Raten zu kaufen oder einen Kredit aufzunehmen. Marlies Kleefeld von der Diakonie sprach aus der Schuldnerberatung mit den Jugendlichen, und zwei Auszubildende der Oldenburgischen Landesbank legten den richtigen Umgang mit Geld und Planung der Finanzen nahe. Auch „Häusliche Gewalt“ wurde von den Klassenleitungen innerhalb der Präventionswoche thematisiert.

Im 10. Jahrgang war erneut das Schutzengelprojekt „Mit Unfallopfer und Notärztin an die Front“ vertreten. Verkehrssicherheitsberater Achim Wach, Notärztin Almut Opolka und Unfallopfer Michaela Meyer möchten in ihrem Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern den besonderen Risiken junger Fahrer entgegenwirken.

Auch die AOK bot den 10.Klässlern einen Kurs an. Sie erfuhren im Kurs „Knigge basics – Manieren punkten“ wie unabdingbar gutes Benehmen für das Berufsleben ist. Durchgeführt wurde der Kurs von Seren Yücel, die sehr eindrucksvoll mit Hilfe von Rollenspielen die Wichtigkeit des guten Benehmens verdeutlichte.

Beim Umweltbildungszentrum in Vrees erlebten die Schüler der Klasse 10, wie man umweltfreundlich leben kann. Dabei lernten sie nicht nur das Wandern für sich kennen, sondern gewannen auch neue Erkenntnisse über Biogasanlagen. Im Umweltzentrum stärkten sich die Jugendlichen mit einem Klimafrühstück. Als Nächstes wurde an Projekten für ein plastikarmes Leben gearbeitet. Unterstützt wurden sie dabei von Frau Karin Geyer und Frau Sandra Büter des Umweltbildungszentrums Vrees. Im Anschluss stellten alle Schülerin und Schüler ihre Projekte vor und es wurde über Verbesserungsvorschläge für die Umwelt diskutiert. Am Nachmittag erwartete die Schüler ein Mittagessen mit frischen und gesunden Zutaten für Pasta, Saucen und Salate. Am Nachmittag wanderte die Klasse 10 wieder zurück zur Schule.

Im Rahmen der Präventionswoche nahmen Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 am Sanitätswettbewerb in Molbergen teil. Unsere Schule trat mit zwei Teams an. Die Mädchen und Jungen hatten zuvor ein Sanitätskurs absolviert und eine aktuelle Auffrischung durch Georg Grüßing vom Deutschen Roten Kreuz erhalten. An diesem Sanitätswettbewerb nahmen 15 Schulen aus dem Landkreis teil. Es wurden unterschiedliche Situationen an verschiedenen Stationen dargestellt. Am Anfang jeder Station wurde von den Schiedsrichtern die jeweilige Situation geschildert. Interessant waren auch die FUN-Stationen die, die Schüler zwischendurch absolvieren durften. Dort wurde Teamfähigkeit sowie Geschicklichkeit gefordert.

Die Präventionswoche stellte sich als gelungenes Projekt dar, sodass nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Kollegen positiv von der Woche sprechen. Die Prävention soll auch im nächsten Jahr in einer zusammenhängenden Woche durchgeführt werden.

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